„Zwischen den Farben tanze ich“
LTj, 2026
In diesem Bild gebe ich der Bewegung Raum. Meine blauen Figuren strecken sich, springen oder verweilen zwischen leuchtendem Rosa, Grün, Türkis und Violett. Mit wenigen Linien entstehen Körper, deren Haltung für mich mehr erzählt als ein ausgearbeitetes Gesicht.
Die Farbbahnen ziehen wie musikalische Phrasen durch das Bild. Ich sehe darin einen Rhythmus, auf den jede Figur anders antwortet. Der weiße Raum lässt ihnen Luft und hält die Komposition offen.
Für mich handelt dieses Bild von der Freiheit, einen eigenen Ausdruck zu finden: im Tanz, in der Farbe und in den stillen Momenten dazwischen.

Blicke im Farbrauschen
LTj · 2026
In diesem Bild lasse ich fünf Augen aus einem Geflecht aus Farbe und Bewegung entstehen. Magenta, Cyan, leuchtendes Grün und Rot treffen auf offene weiße Flächen. Breite, raue Pinselspuren geben den Rhythmus vor; feine Linien verbinden die einzelnen Blicke miteinander.
Mich interessiert der Moment, in dem eine abstrakte Form plötzlich zurückschaut. Die Augen wirken neugierig, wach und stellenweise irritierend. Sie gehören keinem eindeutigen Gesicht und lassen doch die Anwesenheit mehrerer Persönlichkeiten erahnen.
Mit „Blicke im Farbrauschen“ spiele ich mit Wahrnehmung: Mein Bild wird betrachtet – und scheint selbst zu betrachten.

Zwischen Impuls und Stille
Ltj 2026
In dieser Arbeit lasse ich kräftige rote und schwarze Pinselzüge auf einer offenen weißen Fläche zusammentreffen. Die geschwungenen Linien erinnern mich an Bewegungen, die für einen Augenblick stehen bleiben. Kurze, feine Striche unterbrechen ihren Verlauf und setzen eigene Akzente.
Mit dem Rot bringe ich Energie und Unruhe ins Bild. Die schwarzen Formen geben dieser Bewegung Gewicht. Die hellen Spuren innerhalb der breiten Pinselzüge öffnen die Farbe und lassen sie stellenweise beinahe wie gefaltete Bänder wirken.
Der freie Raum gehört für mich zur Komposition. Er schafft Abstand zwischen den Formen und lässt ihre Richtungen deutlicher hervortreten. Mein Blick folgt ihnen, verliert eine Spur und findet an anderer Stelle eine neue.
Ich sehe darin einen Rhythmus aus Annäherung, Unterbrechung und Fortsetzung. Welche Bewegung daraus entsteht, lasse ich offen.

Das Auge hinter den Gedanken
LTj, 2026
In dieser Arbeit verbinde ich ein weit geöffnetes Auge mit einer weichen, schwebenden Farbwelt. Türkis, Rosa, Gelb und Violett überlagern sich wie flüchtige Gedanken. Mit den kräftigen Konturen gebe ich dem Gesicht Halt, während die strahlenartigen Linien um das Auge Unruhe und Aufmerksamkeit ausdrücken.
Mich interessiert die Spannung zwischen zarter Farbigkeit und direkter, eigenwilliger Zeichnung. Mein Gesicht blickt nach außen und scheint zugleich in sich selbst versunken. Das Auge wird für mich zum Übergang zwischen dem, was ich sehe, und dem, was mich innerlich beschäftigt.
Ich lasse die Formen bewusst offen. Wer das Bild betrachtet, darf darin eigene Erinnerungen, Empfindungen und Gedanken entdecken.

